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“Konsequent ökologische Ausrichtung ohne ideologische Scheuklappen” (Prof. Dr. Dietrich Schwägerl, FH München) 

 “Wer sich für die aktuelle Umwelt-Diskussion interessiert, wird hier fündig” (ECOPOP-Bulletin, Sep. ‘03)    

 


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Auszug06

Auszug aus “Das ökologische Tagebuch”, in: Naturkonservativ heute. Jahrbuch 2005 der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.

Mai 2005: Carl Amery gestorben

Carl Amery, der am 24. Mai 2005 im Alter von 83 Jahren verstarb, war einer der ersten ökologisch orientierten Wachstumskritiker im deutschsprachigen Raum. 2002 schrieb Amery in seinem Buch Die Kirchen und der totale Markt in gewohnter Radikalität: „Es ist vorauszusehen, daß die Lebenswelt, wie wir sie kennen und bewohnen, im Laufe des anhebenden Jahrtausends zusammenbrechen und unbewohnbar werden wird.“ Der Katholik Amery sah sich aber nicht als Pessimist, sondern als „Diagnostiker“, urteilt der Spiegel. Die Diagnose Amerys ist damit im Ergebnis von derjenigen Herbert Gruhls kaum zu unterscheiden. Der eine hatte in seiner Kulturkritik mehr einen christlichen Hintergrund, der andere einen mehr naturwissenschaftlichen.

Ob es wirklich eine „Tragische Koinzidenz“ ist, daß Amery just in der Zeit verstarb, als für die Grünen das Ende des rot-grünen Projekts durch ausgerufene Neuwahlen feststand, wie die FAZ am 1. Juni urteilt, darf bezweifelt werden. Möglich, daß Amery, der einem schwarz-grünen Projekt zugeneigt war, die Politik der Grünen für ökologisch so überzeugend nicht hielt. In die Politik mußte Amery mehr hineingezogen werden, als daß er ein Antreiber war. Sein Engagement in der Gründungsphase der Grünen blieb ein kurzes Intermezzo. Damit gewann er Zeit zum Schreiben, das entsprach mehr seiner Natur. Auf jeden Fall ist mit Amery ein großer ökologischer Vordenker verstorben. Ihn mit einer großen Tageszeitung als „fröhlichen Apokalyptiker“ zu bezeichnen, wäre hingegen etwas süffisant. Ein wacher Zeitgenosse erblickt darin die Oberflächlichkeit der Medien. Da hilft nur, seine Bücher selbst zu lesen, um sich von seinem unbestechlichen Blick und seiner Formulierungsgabe selbst beeindrucken zu lassen.

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