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Nachhaltiger Ressourcenhaushalt
Umrisse eines zielführenden Nachhaltigkeitskonzepts im Energiebereich
Von Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger
Meine Damen und Herren, es ist mir eine Freude, auf der Tagung „Herbert Gruhl kontrovers“ anlässlich des 80. Geburtstags von Herbert Gruhl sprechen zu können. Ich erinnere mich gern an die ersten Begegnungen mit ihm. Sie fanden an den von den Studenten veranstalteten ersten Umweltkonferenzen in den 70er Jahren in St. Gallen statt. Später haben sich daraus noch viele weitere Begegnungen angeschlossen.
Meine Antrittsvorlesung an der Universität St. Gallen mit dem Titel „Wirtschaftliches Wachstum – Fortschritt oder Raubbau?“ hatte ihn beeindruckt, weil sie mit seinen eigenen Zweifeln an den Segnungen des wirtschaftlichen Wachstums korrespondierten. Diejenigen, die solche Zweifel hegten, bildeten damals eine Art Verschworenen-Gemeinschaft. Wir stellten fest, dass wir mit der Überprüfung des im allgemeinen als allein seligmachend gepriesenen Konzepts des wirtschaftlichen Wachstums nicht allein standen. Wir waren immerhin schon zwei. Wie wichtig das ist, ergibt sich aus dem Aphorismus von La Rochefoucauld, der lautet: „Il est bien fou de vouloir être sage tout seul.“ (Es ist sehr verrückt, allein weise sein zu wollen). Zu zweit war man also nicht mehr verrückt. Wohl erhielten wir Sukkurs durch den Club of Rome-Bericht „Grenzen des Wachstums“. Aber dass ein CDU-Politiker und ein Professor einer Wirtschaftsuniversität die gleichen Zweifel hegten, war doch eine Seltenheit.Zweifellos hat Gruhl mit seinem Bestseller „Ein Planet wird geplündert“ wesentlich dazu beigetragen, dass im deutschsprachigen Raum die Diskussion über Wachstum und Umwelt bedeutend intensiver geführt wurde als in anderen europäischen Ländern und dass – auch wenn die Erfolge seiner Bemühungen hinter dem zurückblieben, was er angestrebt hatte –, doch die Umweltpolitik rasch grosse Fortschritte machte. Vor allem ist es ihm – wie ich aus vielen Gesprächen weiss – gelungen, mit seinem Buch begreiflich gemacht zu haben, dass die Umwelt ein Ganzes ist, dass es also nicht darum gehen kann, die Luft zu reinigen oder die Abfälle zu vermindern oder das Wasser zu säubern, oder den Lärm zu reduzieren oder die Atomenergie zu bekämpfen, dass es also auch nicht darum gehen kann, die Qualität eines Umweltmediums auf Kosten der Qualität eines anderen Umweltmediums zu verbessern, zum Beispiel die Abfallmenge zu reduzieren, indem man sie einfach verbrennt, und dadurch die Luft verschmutzt und so weiter, dass also die verschiedenen umweltpolitischen Anliegen vernetzt werden müssen, damit sie sich gegenseitig nicht in die Quere kommen.
Ich möchte an die Notwendigkeit dieser Vernetzung anknüpfen, wenn ich nun über das Postulat eines nachhaltigen Energiehaushalts spreche. Dabei möchte ...
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Naturkonservativ heute. Jahrbuch 2003, 172 Seiten, 22,00 Euro.
Verlagsbestellung: Die Blaue Eule.
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