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Naturkonservati
Jahrbuch der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. 

Hauptrezension im Jahrbuch “Naturkonservativ. 2007”:

(1. von 6 Seiten)

Jung Chang und Jon Halliday: Mao – Das Leben eines Mannes – Das Schicksal eines Volkes. Karl Blessing Verlag, 2005, 976 Seiten, 32 Abb., 34 Euro; (ISBN 3-89667-200-2)

Von Dr. Ute Scheuch

MaoDieses Buch ist das geeignete Geschenk für jemanden, der glaubt, es gebe qualitative Unterschiede zwischen Diktaturen, je nach Weltanschauung – vorausgesetzt, der Beschenkte ist lernwillig; denn wie schon bei der Vorlage des „Schwarzbuches des Kommunismus“ bleiben einige, wenn auch wenige Ideologen bei ihrer Überzeugung, es komme nicht auf die absolute Zahl der Getöteten an, sondern auf die „richtige“ Gesinnung der Täter. In ihrem Zynismus werden sie sich dann offensichtlich auch nicht durch den Paukenschlag irritieren lassen, mit dem die beiden Biografen Maos, Chang und Halliday, ihr Buch beginnen. „Mao Tse-tung, der jahrzehntelang absolute Macht ausübte über das Leben eines Viertels der Weltbevölkerung, war verantwortlich für über 70 Millionen Tote in Friedenszeiten – kein anderer politischer Führer des 20. Jahrhunderts reicht hier an ihn heran“.

Die Biografie ist eine eindringliche Warnung, besonders dann hellhörig und mißtrauisch zu werden, wenn außergewöhnliche Menschen oder bahnbrechende Umwälzungen verherrlicht werden. Nach dem Besuch der Sowjetunion 1919 unmittelbar nach der blutigen Russischen Revolution hatte der angesehene amerikanische Journalist Lincoln Steffens in den USA gejubelt: „Ich habe die Zukunft gesehen, und sie funktioniert“. Sein Landsmann Edgar Snow, ebenfalls Publizist, ließ sich Jahrzehnte später bereitwillig zum Werkzeug Maos degradieren, indem er ihn lobte, er sei ebenso wie die Führung der Kommunisten „direkt, offen, unkompliziert und aufrichtig“. Mao selbst sei der große Philosoph, der sich dem kommunistischen Ideal bedingungslos unterordne. Es ist vor allem diese Sichtweise, die seine späteren Biografen Chang und Halliday widerlegen: Für sie ist Mao lediglich ein gewissenloser Machtmensch, ohne kommunistische Ideale, opportunistisch, intrigant und brutal: „Diese Lust an der Brutalität, die an Sadismus grenzte, ging Hand in Hand mit seiner Neigung für leninistische Gewalt … Diese Neigung entsprach seinem Charakter und sollte sich noch stark auf seinen zukünftigen Herrschaftsstil auswirken“. (S. 63). Ein Ziel hatte er aber sehr wohl schon als 24jähriger ausgemacht: „Das Land muß … zerstört und dann neu geformt werden … Menschen wie ich sehnen sich nach seiner Zerstörung“. (S. 70).  (...)

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Weitere Rezensionen im Jahrbnuch “Naturkonservativ. 2007” zu:

Andreas Kühn: Stalins Enkel, Maos Söhne. Die Lebenswelt der K-Gruppen in der Bundesrepublik der 70er Jahre. Frankfurt a. M./New York: Campus, 2005, 358 Seiten, 39,90 Euro; (ISBN3-593-37865-5)

Von „Regenbogenkriegern und Anwälten der Natur“. Eine Analyse der deutschen Sektionen von Greenpeace und dem WWF. Marburg: Tectum, 2006, 238 Seiten + XXII, 24,90 Euro; (ISBN 3-8288-9140-1)

Al Gore: Eine unbequeme Wahrheit. Die drohende Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können. München: Riemann Verlag, 2006, 326 Seiten, 19,90 Euro; (ISBN: 3-570-50078-0)

Lebensschutz oder kollektiver Selbstbetrug?: 10 Jahre Neuregelung des §218 (1995-2005), hrsg. von Bernward Büchner und Claudia Kaminski, Bundesverband Lebensrecht (BVL) e.V. = Schriftenreihe des Instituts für Lebens- und Familienwissenschaften 3, Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft, 2006, 196 Seiten, EUR 9,00; (ISBN: 3-938116-17-X)

Frank Schirrmacher: Minimum – Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft, München: Verlag Karl Blessing, 2006, 185 Seiten, 16 Euro; (ISBN 3-89667-291-6)

Hans Herbert von Arnim (Hrsg.): Die deutsche Krankheit: Organisierte Unverantwortlichkeit? Beiträge auf der 7. Speyerer Demokratietagung vom 28. bis 29. Oktober 2004 an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Berlin: Duncker und Humblot, 2005, 153 Seiten, 74 Euro; (ISBN 3-428-11875-8)

Hans Herbert von Arnim: Das Europa-Komplott. Wie EU-Funktionäre unsere Demokratie verscherbeln. München/Wien: Carl Hanser Verlag, 2006, 442 Seiten, 24,90 Euro; (ISBN-10: 3-446-20726-0)

Kurt Biedenkopf: Die Ausbeutung der Enkel. Plädoyer für die Rückkehr zur Vernunft. Berlin: Propyläen, 2005, 224 Seiten, 16,95 Euro; (ISBN 13: 978-3-549-07292-9)

Franz Vonessen: Wiederentdeckung eines verlorenen Wegs. Platons Ideenlehre. Band I: Seelenlehre. Zug/Schweiz: Die Graue Edition, 2001, 483 Seiten, 24 Euro; (ISBN 3-906336-30-1)

Franz Vonessen: Der Philosoph als König. Platons Ideenlehre. Band II. Zug/Schweiz: Die Graue Edition, 2003, 253 Seiten, 19 Euro; (ISBN 3-906336-39-5)

Franz Vonessen: Platonische Liebe und Frauengemeinschaft. Platons Ideenlehre. Band III. Zug/Schweiz: Die Graue Edition, 2005, 274 Seiten, 21 Euro; (ISBN 3-906336-45-X)

Franz Alt: Deutschland ist erneuerbar. Ein Gespräch mit Bernhard Müller und Horst Wörner. Bad Schussenried: Gerhard-Hess-Verlag, 2007, 176 Seiten, 19,90 Euro; (ISBN 3-87336-345-3)