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Naturkonservativ heute / Band 5 Andreas Gruhl und Volker Kempf Naturkonservativ heute Jahrbuch der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. 2005 Essen 2005, 150 Seiten, 19,00 € [D] ISBN 3-89924-122-3
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Vorwort
Die fünfte Ausgabe des Jahrbuchs Naturkonservativ heute liegt vor, eigentlich ein kleines Jubiläum. Aber ein anderes, wichtigeres Jubiläum gilt es in der Jahrbuch-Ausgabe für 2005 aufzugreifen: Am 25 September 1975, also vor 30 Jahren, erschien Herbert Gruhls Klassiker Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik. Zu diesem Anlaß präsentiert das erste Kapitel Aus dem Nachlaß von Herbert Gruhl die Worte zur damaligen Pressevorstellung des Buches. Dem schließt sich aus dem Nachlaß ein Vortragstext Herbert Gruhls Der Mensch als Zerstörer seiner Welt an, der wesentliche Gedankengänge des vor 30 Jahren erschienenen Buches zum Ausdruck bringt. Gruhls Werk und Wirken wird damit nicht rückblickend interpretiert, sondern er selbst soll zu Wort kommen – unverfälscht. Nach 30 Jahren zeigt sich nämlich, wie sehr sich in der Rückschau immer wieder eine selektive Wahrnehmung einschleicht. Das macht Jahrbuch-Mitherausgeber Volker Kempf an einem aktuellen Fall fest: Das Archiv für Christlich-Demokratische Politik und das Problem der selektiven Wahrnehmung.
Das zweite Kapitel über Natur heute erinnert daran, daß Ökonomie Natur und Umwelt nicht nur zu plündern, sondern auch mehr oder weniger schonend behandeln kann. Auf letzteres zielt der Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik hin, den der Förderverein Ökologische Steuerreform (FÖS) 2004 erstmals vergeben hat – an den Ehrenvorsitzenden der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V:, Professor Hans Christoph Binswanger. Der Preis wird vom Vorsitzenden des Fördervereins, Anslem Görres, erläutert. Die Dankesrede des Preisträgers wird dokumentiert.
Das Dritte Kapitel Konservativ heute wird von einem weiteren Nachlaßtext getragen, diesmal von Professor Erwin K. Scheuch. Er verstarb im Oktober 2003. Sein letzter größerer Text lautet Eine neue Weltordnung? Die USA als Hegemon. Hier wird von einem Kenner der USA die mittlerweile wiedergewählte Bush-Regierung und ihr Hegemonialmachtsstreben soziologisch seziert.
Daß unsere etablierten Parteien ihre eigentlichen Funktionen nicht mehr hinreichend erfüllen und Bereiche an sich ziehen, die ihnen nicht zustehen, hat die Parteienforscherin Ute Scheuch im Blick und bietet unter der Überschrift Das politische System bedarf der Erneuerung von unten eine Perspektive zur Problembehandlung auf. Was speziell die Partei Die Grünen betrifft, die (im Januar) 2005 ebenfalls ein Jubiläum zu feiern haben, nämlich ihr 25 Jähriges Bestehen, so befindet sich diese Partei machtpolitisch gesehen auf der Höhe ihres Erfolgs, hat aber dafür ihre Identität aufgegeben. Mit Befremden jedenfalls blickt der Grünen-Mitbegründer Jean Fuchs (Pseudonym) auf die besagte Partei. Er stellt im Sinne der Frage nach der Identität die These auf: Die Grünen: Eine Partei, die es nicht mehr gibt. Am Politikfeld Tierschutz geht der Vorsitzende des Politischen Arbeitskreises für Tierrechte in Europa e.V., Edgar Guhde, der Frage nach, was die rot-grüne Bundesregierung gebracht hat und zieht eine Halbzeitbilanz zur laufenden Legislaturperiode. Hier und da gibt es auf Seiten der Grünen durchaus redliche Bemühungen zu vermelden, auch einige Nachlässigkeiten, aber letztlich ist es um das millionenfache Leid der Tiere nicht besser bestellt als in den Jahren zuvor.
Wie gewohnt gilt es des weiteren das Zeitgeschehen zu betrachten, einmal mit einer Karikatur Horst Haitzingers, dann auch mit Texten von Franz Alt und Volker Kempf unter der Überschrift Aus dem ökologischen Tagebuch. Dezember 2003 – Dezember 2004.
Aus der Bücherwelt gibt es mehr Bücher als besprochen oder auch nur gelesen werden können. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden aber von jeweils auf ihrem Gebiet sachkundigen Autoren einige Seitenblicke vorgenommen. An der Verfügbarkeit von Herbert Gruhls Buchveröffentlichung hat sich nicht viel geändert.
Die Selbstdarstellung bleibt anläßlich des präsentierten Adam-Smith-Preises für marktwirtschaftliche Umweltpolitik dem Preisvergeber FÖS vorbehalten. Die in den bisherigen Jahrgängen von Naturkonservativ heute erschienenen Abhandlungen werden abschließend in einem Register aufgezeigt.
Breisach bei Freiburg, im Dezember 2004
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