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Naturkonservativ heute / Band 6 Naturkonservativ heute Jahrbuch der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. 2006 Essen 2006, 188 Seiten, 23,00 Eruro [D] ISBN 3-89924-156-8
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Vorwort
Das zurückliegende Jahr 2005 brachte mit den vorgezogenen Neuwahlen vom 18. September oder vielmehr den darauf folgenden politischen Farbenspielen Herbert Gruhl als „Schwarz-Grüner“ der ersten Stunde in Erinnerung. So schreibt Botho Strauß am 21.10.2005 in der FAZ unter der Überschrift „Man muß wissen, wie die Sonne funktioniert“ unter anderem: „Die frühen Popular-Ökologen, Gruhl und andere, sagten damals“ – das heißt in den 1970er Jahren – „voraus, daß auch die Ressourcen der Ideen, die der Menschheit zur Verfügung stehen, nicht unerschöpflich seien. Man dürfe vom ausgebeuteten Geist nicht erwarten, daß er kurz vorm Eintritt der Katastrophe noch die Technologie der Rettung erfinde.“ Daran läßt sich an dieser Stelle anknüpfen. Denn das Jahrbuch Naturkonservativ heute hat es sich zur Aufgabe gemacht, die frühen Ideen von Pionieren der Umweltvorsorge, von Herbert Gruhl und geistesverwandten Denkern, im Blick zu behalten, den Geist zu pflegen und dafür auch die notwendigen Freiräume des Denkens offen zu halten.
Die sechste Ausgabe von Naturkonservativ heute beginnt wie seine Vorgänger auch mit Auszügen „Aus dem Nachlaß von Herbert Gruhl“. Dieses Kapitel besteht diesmal aus zwei kurzen Texten, die von der Thematik her sehr unterschiedlich ausfallen. Im ersten Text geht es Herbert Gruhl anläßlich des Terrorismus in den 1970er Jahren um die Frage, wie man dem Ziel „Gesicherte Freiheit“ näherkommen kann – durch eine Auseinandersetzung mit Andersdenkenden und einen vorausschauenden Umgang mit Energie und Rohstoffen. Im zweiten Text geht es Herbert Gruhl um das „Fahrrad“, das ihm für den Erhalt der natürlichen Umwelt und der menschlichen Gesundheit „Zukunft“ hat. Beide Texte haben bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam: den Begriff „Terror“. Diesen Begriff findet man in Herbert Gruhls Gesamtwerk nur sparsam verwendet, hier aber auch einmal als Denkanstoß dafür, daß der Straßenverkehr jedes Jahr seine Opfer fordert.
Herbert Gruhl hatte in den 1970er Jahren Umweltpolitik nicht nur mit großem medialen Echo, sondern auch mit großem Ernst vorangebracht. Seither wird viel von Umweltpolitik gesprochen. Ist aber der Begriff „Umweltpolitik“ ein „Schlagwort oder ernster Begriff?“ geworden. Der Philosoph Franz Vonessen hatte schon in einem Vortrag vor 20 Jahren eine Antwort auf diese Frage versucht, welche an Aktualität nichts eingebüßt hat und daher einmal dokumentiert werden soll, in dem Kapitel Natur heute.
In dem Kapitel „Konservativ heute“ geht die Medienwissenschaftlerin Ute Scheuch dem Phänomen nach, daß auf die konservative Wochenzeitung Junge Freiheit regelrechte Rudeljagden veranstaltet wurden. Zwar errang die besagte Wochenzeitung 2005 vor dem Bundesverfassungsgericht einen „Sieg für die Pressefreiheit“; ob damit aber auch ein „Sieg über Rudeljagden“ errungen wurde, bleibt fraglich.
Als „Schwerpunktthema“ wird die am 23. bis 25. September 2005 von der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. und der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. in Hannover abgehaltene Tagung zu „30 Jahre Ein Planet wird geplündert“ dokumentiert. Reinhard Loske, langjähriger Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Umweltfragen, wurde zunächst mit dem Herbert-Gruhl-Preis geehrt. Die Laudatio wird dokumentiert und vom Preisträger die im Anschluß an seine Dankesrede geführte Diskussion um eine schwarz-grüne Option weitergeführt. Die einzelnen Referenten gehen unterschiedlichen Fragestellungen nach. Sind „30 Jahre `Ein Planet wird geplündert`“ auch „30 Jahre verlorene Zeit?“ (Hans-Joachim Ritter); inwiefern ist „Die Plünderung des Planeten als weltgeschichtliches Ereignis“ (Hans-Heinrich Nolte) zu begreifen; wie kam es zum „Aufstieg und Niedergang konservativer Umweltparteien in Europa“ (Heinz-Siegfried Strelow)? Und welche Perspektiven ergeben sich mit Blick auf „Die Plünderung des Planeten und die demographische Herausforderung“ (Volker Kempf)?
Wie gewohnt gilt es das „Zeitgeschehen“ zu betrachten, einmal mit einer Karikatur Horst Haitzingers, dann auch mit dem „Ökologischen Tagebuch“ – den Zeitraum Januar 2005 bis Dezember 2005 betreffend.
„Aus der Bücherwelt“, wie das anschließende Kapitel lautet, gab es wieder mehr Publikationen als besprochen oder auch nur gelesen werden könnten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden aber von jeweils auf ihrem Gebiet sachkundigen Autoren einige Seitenblicke vorgenommen. Auch gibt es wieder ein Autoreninterview, diesmal mit Günter Rohrmoser. Zur Verfügbarkeit von „Herbert Gruhls Buchveröffentlichungen“ ist eine Neuerscheinung von „Schlüsseltexten, Interviews und Reden (1976-1993)“ festzuhalten.
Eine „Selbstdarstellung“ bleibt dem „Verein für die Geschichte des Weltsystems“ vorbehalten. Am Ende findet sich für die letzten fünf Jahrgänge von Naturkonservativ heute ein Namenregister.
Europastadt Breisach, Januar 2006
bol.de, buecher.de, weltbild.de
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... ... Expl. Naturkonservativ heute / Band 6
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