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Naturkonservati
Jahrbuch der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. 

Vorwort

 

Wenn Natur all das ist, was der Mensch nicht geschaffen hat, dann ist „Natur heute“ auf der Erdoberfläche kaum noch in Reinform zu finden, aber etwas, worin sich der Mensch gerne erholt: die Naturlandschaft. Berge und Täler hat der Mensch nicht geformt, ihren Charakter aber durch Zersiedelung oft genommen. Das erkannte auch „Alfons Benedikter – Vater des Südtiroler Landschaftsschutzes“, den Heinz-Siegfried Strelow portraitiert. Den Anlaß hierzu gibt die Tatsache, daß Benedikter für seine wegweisenden Gesetzesinitiativen in Südtirol 2006 zum Ehrenmitglied der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. ernannt wurde. Der Beitrag ist mit Landschaftsaufnahmen illustiert, die im Internet – auf der Jahrbuch-Homepage naturkonservativ.de – auch in Farbe betrachtet werden können.

In globaler Perspektive Zusammenhänge aufzuzeigen, die zur „Plünderung des Planeten” führen, hatte in den 1970er Jahren im deutschsprachigen Raum nicht zuletzt durch Herbert Gruhls Schriften Konjunktur, um dann wieder aus dem öffentlichen Bewußtsein verdrängt zu werden. Um so wichtiger ist es, ein Interview mit dem Universitätsprofessor Al Bartlett zu dokumentieren, das das Verdrängte heute wieder beleuchtet. Der Dank gilt an dieser Stelle Andreas Gruhl, der die Übersetzungsarbeit hierfür leistete.

In dem Kapitel „Konservativ heute“ macht Christa Meves deutlich, daß die für die Erziehung so wichtigen Begriffe wie „Gewöhnung“ oder „Nachahmung“ heute in der Pädagogik nur noch als „Unpopuläre Worte“ gelten. Damit wird der Kultivierung des Menschen kein Dienst erwiesen. Auch die Verantwortung scheint antiquiert zu sein, wie Jean Fuchs in seinem anschließenden Beitrag feststellt.

Wer wissen möchte, was für ein politisches Profil Herbert Gruhl vor seiner Wende zum Umweltschützer hatte, wird im Schwerpunktthema „Aus dem Nachlaß von Herbert Gruhl 1969/70“ fündig. Denn sichtbar wird hier Herbert Gruhls Engagement als Unionspolitiker zur Zeit des Machtwechsels in Bonn 1969/70. Sichtbar wird ein Politiker, der für die Linie der damaligen CDU einsteht und in ihrem Sinne kämpft. Ein editorischer Bericht gibt über die zeitgeschichtlichen Hintergründe Auskunft, wobei der besondere Dank Stefan Winckler gilt, der als Kenner der Materie die aufgeworfene Ost- und Deutschlandpolitik beleuchtet.

Wie gewohnt gilt es das „Zeitgeschehen“ zu betrachten, einmal mit einer Karikatur Horst Haitzingers, dann auch mit dem „Ökologischen Tagebuch den Zeitraum Januar 2006 bis Juni 2007 betreffend. Mitgewirkt haben hier dankenswerterweise Franz Alt, Edgar Guhde und Günter Neumann.

Aus der Bücherwelt“, wie das anschließende Kapitel lautet, gab es wieder mehr Publikationen als besprochen oder auch nur gelesen werden könnten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden aber die Seitenblicke einiger jeweils auf ihrem Gebiet sachkundiger Autoren kritisch gewürdigt. Zwar gibt es diesmal kein Autoreninterview, dafür eine um so umfangreichere Hauptrezension von Ute Scheuch – zu einer neuen Biographie über den Diktator Mao, zu dem sich in der Bundesrepublik Deutschland (heute kaum faßbar) Ende der 1960er Jahre ein Kult herausbildete.

Eine „Selbstdarstellung“ bleibt der Gesellschaft für Kulturwissenschaft e.V. vorbehalten.

 

Europastadt Breisach, im Juni 2007