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Vorwort
Erstmals liegt „Naturkonservativ“ als Doppelnummer 2008/2009 vor. Damit wird der Zeithorizont erweitert, der Umfang ein wenig. Die Kapiteleinteilung bleibt dabei unverändert.
Als ein besonders problematischer Aspekt der „Natur heute“ gilt die Spaltung des Atomkerns, auch zur friedlichen Energienutzung. Klaus Schramm macht das konkret mit Blick auf das älteste AKW in Frankreich deutlich, das im Elsaß an der Grenze zu Deutschland gelegen ist: „30 Jahre Atomkraftwerk Fessenheim – 30 Jahre + X?“. Besonders verdient um den Natur- und Umweltschutz hat sich – auch durch sein Engagement gegen den Betrieb des AKW-Fessenheim – der elsässische Biologe und Politiker von der Mouvement Ecologiste Intédependent (MEI), Antoine Waechter, gemacht. Er erhielt im November 2007 den Herbert-Gruhl-Preis. Das wird mit der Laudatio Heinz-Siegfried Strelows und einem Pressebericht der Badischen Zeitung dokumentiert.
Ebenfalls eine Dokumentation erwartet den Leser in dem Kapitel „Konservativ heute“, insofern dort die sich 2008 intensivierende „Schwarz-Grün-Debatte“ unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bezüge zu Herbert Gruhl festgehalten wird. Dem schließt sich „Das schwarz-grüne Manifest“ an, das der HGG-Vorstand nach der Herbsttagung 2008 zu „30 Jahre ‚Das grüne Manifest’“ verabschiedet hat und das sicher noch erweitert werden kann. Das gilt gerade in institutionellen Fragen, für die Josef Schüßlburner hinsichtlich der Frage nach der Gewaltenteilung in Deutschland auf besagter Tagung eingehende Überlegungen angestellt hat.
Das „Schwerpunktthema“ gilt Vordenkern der Ökologiebewegung. Dabei blickt Heinz-Siegfried Strelow zunächst auf Ernst Rudorff (1840-1916), Vater des „Naturschutzes“ zurück. Es folgen von Götz Fenske Zeitzeugenblicke auf Carl Amery (1922-2005) und Herbert Gruhl (1921-1993), die sich als wegweisende Publizisten für die Ökologiebewegung in den 1970er Jahren hervorgetan haben. Der Vater der „Tiefenökologie“, Arne Naess, ist 2009 verstorben und wird von Volker Kempf gewürdigt.
Des weiteren gilt es das „Zeitgeschehen“ zu betrachten, zunächst wie gewohnt mit einer Karikatur Horst Haitzingers, dann mit „Das Ökologische Tagebuch“, welches den Zeitraum Juli 2007 bis April 2009 umfaßt. Mitgewirkt haben passend zur Verleihung des Herbert-Gruhl-Preises 2007 Antoine Waechter und sein Mitstreiter Jean Briére von der Mouvement Ecologiste Independant (MEI).
„Aus der Bücherwelt“ gab es wieder mehr Publikationen als besprochen oder auch nur gelesen werden könnten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden aber einige Seitenblicke von auf ihrem jeweiligen Gebiet sachkundigen Autoren vorgenommen. Zwar gibt es diesmal kein Autoreninterview, dafür eine Hauptrezension zu Büchern über Albert Schweitzers Ethik.
Eine „Selbstdarstellung“ bleibt der Stiftung für Ökologie und Demokratie vorbehalten, mit der die HGG schon gemeinsame Veranstaltungen durchführte.
Breisach a. Rh., im April 2009
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